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68. Berlinale eröffnet: Kunstfreiheit und notwendiger Kulturwandel

16.02.2018 - Pressemitteilung

Kulturstaatsministerin Grütters hat zum Auftakt der Berlinale gegenseitige Wertschätzung und Respekt in der Filmbranche eingefordert. "Die Freiheit der Kunst darf nicht unter denen leiden, die im Namen der Kunst Macht missbrauchen", so Grütters mit Blick auf die #MeToo-Debatte.

Kulturstaatsministerin Grütters hat zum Auftakt der Berlinale gegenseitige Wertschätzung und Respekt in der Filmbranche eingefordert. "Die Freiheit der Kunst darf nicht unter denen leiden, die im Namen der Kunst Macht missbrauchen", so Grütters mit Blick auf die #MeToo-Debatte.

Licht aus, Film ab: Für zehn Tage steht Berlin wieder ganz im Zeichen des Films. Mehr als 500.000 Cineasten stehen für Karten an, erwarten gespannt, welche Stars und Sternchen sich auf dem roten Teppich zeigen und lassen sich von einem oder mehreren der rund vierhundert Filme in Bann schlagen. Die Berlinale ist das größte Publikumsfestival der Welt.

Grütters: Berlinale "Schaufenster der Kunstfreiheit"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters verwies in ihrer Rede dann auch auf die Kraft der Filmkunst. "Sie vermag es, den Blick auf die Wirklichkeit zu schärfen und überholte Rollen- und Weltbilder ins Wanken bringen". Marlene Dietrich etwa sorgte mit ihrem Auftritt im Spielfilm "Morocco" 1930 für einen Skandal - sie trug Hosen. Dieses Beispiel zum Frauen- und Rollenverständnis schlägt den Bogen zu Missbrauch hinter den Kulissen.

Wir brauchen einen Kulturwandel

Vor dem Hintergrund der aktuell diskutierten Fälle im Filmgeschäft und anderen Kultursparten ist das Thema auch auf der Berlinale präsent. "Angst und Schweigen waren viel zu lange stille Komplizen", so Grütters. "Es ist gut, dass damit Schluss gemacht wird. Wir brauchen hier einen Kulturwandel."

Nicht immer reiche eine Frau in Männerkleidern, um das Denken und Fühlen zu verändern, sagte die Kulturstaatsministerin weiter. "Aber in jedem Fall lohnt es sich, dafür die Freiheit der Kunst zu verteidigen - und ihre Fähigkeit, Debatten zu provozieren. Die Freiheit der Kunst darf nicht unter denen leiden, die im Namen der Kunst Macht missbrauchen."

Anlaufstelle für Opfer initiiert

Schon im Vorfeld der Filmfestspiele hatte Grütters angekündigt, eine Anlaufstelle für Missbrauchsopfer aus der Kreativbranche politisch zu unterstützen und für drei Jahre zu finanzieren. Nötig sei ein geschützter Raum, in dem sich Betroffene anonym und ohne Angst vor negativen Folgen offenbaren und beraten lassen können. Zum Auftakt der Berlinale rief sie die Branche zur nachhaltigen Beteiligung auf.

Erstmals ein Animationsfilm zur Eröffnung

2018 gab es ein weiteres Novum: Die Berlinale eröffnete mit einem Animationsfilm. Der amerikanische Filmemacher Wes Anderson, selbst Oscar- und Bären-Preisträger feierte mit seinem neuesten Werk "Isle of Dogs" Weltpremiere. Im Wettbewerb um die Goldenen und Silbernen Bären treten 19 Filme an, darunter auch vier deutsche Produktionen. Auf die deutschen Filme im Programm freue sie sich besonders, verriet Grütters im Interview.

Im Fokus der Filmfestspiele steht natürlich der Kampf um die begehrten Goldenen und Silbernen Bären. Auf der Berlinale stehe die künstlerische Auseinandersetzung mit den drängenden Themen unserer Zeit im Mittelpunkt, so Grütters im Video. "Kein anderes Filmfestival ist so politisch wie die Berlinale."

Das zeigt sich auch bei den Filmen. In "Transit" erzählt Christian Petzold die Geschichte eines Exilschriftstellers auf der Flucht vor der deutschen Wehrmacht. Vorlage ist ein Roman von Anna Seghers. Auch der Dokumentarfilm "Eldorado" des Schweizer Filmemachers Markus Imhoof handelt vom Flüchtlingselend. In der norwegischen Produktion "Utoya" geht es um die Opfer der Anschläge des Rechtsextremisten Breivik 2011. Von Terror und Angst handelt auch Jose Padilhas Film "7 Tage in Entebbe" mit Daniel Brühl.

In "3 Tage in Quiberon" porträtiert Emily Atef Romy Schneider bei ihrem Aufenthalt in der Bretagne. Im Wettbewerb starten auch das Liebesdrama "In den Gängen" von Thomas Stuber und "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" von Phillip Gröning. Das Drama erzählt von 48 Stunden im Leben eines jugendlichen Zwillingspaares vor dessen Trennung.

Die 68. Internationalen Filmfestspiele zeigen insgesamt 385 Filme, davon 110 deutsche Produktionen. der bedeutendsten Branchentreffs der Filmindustrie. Auf dem European Film Market (EFM) treffen sich internationale Akteure, tauschen sich aus und vernetzen sich Kulturstaatsministerin Grütters unterstützt die Berlinale mit rund 7,7 Millionen Euro über die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH. Um den Nachwuchs zu fördern, unterstützt sie die Berlinale Talents mit weiteren 187.000 Euro.

Weitere Informationen

385 Filme in zehn Tagen und eine halbe Million Filmbegeisterte: Am 15. Februar startet die 68. Berlinale. Dieses Jahr sind 19 Filme im Wettbewerb um einen der begehrten Goldenen und Silbernen Bären, darunter vier deutsche Produktionen.

Berlin im Film-Fieber

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