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Wissenschaftszusammenarbeit

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Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Indien ist breit gefächert und reicht Jahrzehnte zurück. Heute steht sie im Zentrum der bilateralen Zusammenarbeit.

Seit Jahrzehnten arbeiten Deutschland und Indien in Bildung und Forschung zusammen. Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Indien reicht bis Ende der fünfziger Jahre zurück und gründet unter anderem auf zwei Regierungsabkommen von 1971 und 1974. Vor allem in den letzten Jahren wurde die Partnerschaft sichtbar ausgebaut und deckt heute ein breites Spektrum ab.

Forschungsministerin Karliczek mit dem indischen Forschungsminister Vardhan bei den Regierungskonsultationen 2019
Forschungsministerin Karliczek mit dem indischen Forschungsminister Vardhan bei den Regierungskonsultationen 2019© PIB

Die herausgehobene Bedeutung von Bildung und Forschung zur Erschließung seines enormen Potentials ist Indien bewusst. Entsprechend strebt das Land ehrgeizig einen Rang unter den führenden Wissenschaftsnationen an. Deutschland steht seit vielen Jahren als zuverlässiger Partner an der Seite Indiens. Dies entspricht dem strategischen Ziel der Bundesregierung, die Zusammenarbeit gezielt mit Wachstumsmärkten zu stärken, die ihre Kompetenzen in Bildung und Forschung ausbauen.

Dialog als Grundlage

Die Schwerpunkte der deutsch-indischen Zusammenarbeit werden in regelmäßigen Gesprächen auf Regierungsebene festgelegt. Traditionell sind Bildung und Forschung wichtiger Bestandteil der deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Das fünfte Treffen fand Anfang November 2019 unter dem Vorsitz von Bundeskanzlerin Merkel und Premierminister Modi in Neu Delhi statt. Insgesamt 5 Absichtserklärungen wurden in den Bereichen Hochschulbildung, Wissenschaft und Berufsbildung  unterzeichnet, darunter eines zur Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz und eines zur Verlängerung des seit 2013 laufenden  Programms für Partnerschaften in der Hochschulbildung, das von beiden Seiten über die nächsten vier Jahre mit jeweils 3,5 Mio. Euro finanziert wird.

Bundeskanzlerin Merkel mit Premierminister Modi bei den Regierungskonsultationen 2019
Bundeskanzlerin Merkel mit Premierminister Modi bei den Regierungskonsultationen 2019© PIB

Details der Zusammenarbeit werden in den regelmäßigen Treffen des Deutsch-Indischen Komitees für Wissenschaft und Technologie sowie in den parallelen Arbeitsgruppen für berufliche Bildung und universitäre Bildung unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und seinen indischen Partnerministerien festgelegt.

Ein breites Spektrum der Zusammenarbeit

Der Austausch von Studenten sowie junger Wissenschaftler hat in den letzten Jahren stark zugenommen. So hat sich seit 2008 die Anzahl indischer Studenten in Deutschland mehr als vervierfacht, sodass Indien mit 20.810 Studenten mittlerweile Platz 2 in der Rangliste der Bildungsausländer in Deutschland belegt (Stand: Ende 2019).

Die bilaterale Förderung von Forschungsprojekten ist eine weitere wichtige Säule der deutsch-indischen Zusammenarbeit. Thematisch liegen die Schwerpunkte der vom BMBF unterstützten Projekte derzeit bei den Materialwissenschaften, Biotechnologie, Gesundheitsforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Produktionstechnologie, der zivilen Sicherheitsforschung, Künstlicher Intelligenz und der Stadt der Zukunft. Vielfach werden Projekte gefördert, die anwendungsnah sind und aus denen neue Innovationen entstehen sollen, die sowohl Deutschland als auch Indien nützen. Hinzu kommen zahlreiche Aktivitäten der großen deutschen Forschungsorganisationen, welche diese unmittelbar mit ihren indischen Partnern betreiben.

Forschungsminister Vardhan bei der Eröffnung des Petra III Teilchenbeschleunigers 2016
Forschungsminister Vardhan bei der Eröffnung des Petra III Teilchenbeschleunigers 2016© DESY/G.Born

Indien beteiligt sich zudem an mehreren grundlagenwissenschaftlichen Großprojekten in Deutschland. Seit 2009 beteiligt sich Indien  mit 14 Mio. Euro am Ausbau des Teilchenbeschleunigers Petra III am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg. Außerdem ist Indien am Großprojekt Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) beteiligt, einem in Sachen Forschungsmöglichkeiten weltweit tonangebenden Teilchenbeschleuniger, der aktuell in Darmstadt gebaut wird. Indien hat sich dort verpflichtet, einen Anteil von 36 Mio. Euro (3,5% der Gesamtkosten) zu übernehmen.
Die dritte Säule der Kooperation bildet die Vernetzung deutscher und indischer Wissenschaftler durch Workshops, Konferenzen oder Fachdelegationsreisen. Die Förderung dient unter anderem der Planung gemeinsamer Forschungsprojekte.

Bilaterale Innovationspartnerschaften

Im Jahr 2010 wurde das „Indo-German Science and Technology Centre“ (IGSTC) in Gurgaon, nahe Neu-Delhi, eröffnet. Das Zentrum fördert anwendungsorientierte, innovative deutsch-indische Projekte unter Beteiligung exzellenter Forschungseinrichtungen sowie vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen aus beiden Ländern. Zudem unterstützt es die Vernetzung deutscher und indischer Wissenschaftler durch Workshops und Symposien. Das IGSTC ist in der internationalen Zusammenarbeit die einzige Einrichtung dieser Art für Deutschland und somit ein herausragendes Beispiel für die gemeinsame Erschließung von Innovationspotentialen.

Botschafter Lindner mit Teilnehmern der Winter School des Indo-German Centre for Sustainability am IIT Madras 2020
Botschafter Lindner mit Teilnehmern der Winter School des Indo-German Centre for Sustainability am IIT Madras 2020© Deutsche Botschaft Neu Delhi

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche deutsch-indische Zusammenarbeit ist das „Indo-German Center for Sustainability“ (IGCS), welches am Indian Institute of Technology Madras in Chennai angesiedelt ist. Hier forschen deutsche und indische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam zu den Themen Wassermanagement, Landnutzung, Abfallmanagement und Energie.

Neu-Delhi ist zudem einer von fünf Standorten weltweit, an denen die Bundesregierung ein Deutsches-Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) unterhält. Die DWIHs sind ein Zusammenschluss deutscher Wissenschaftsorganisationen, Hochschulen und der forschenden Wirtschaft. An ihren fünf Standorten ermöglichen die DWIHs einen gemeinsamen Auftritt deutscher Innovationsträger, bieten ein Schaufenster für die Leistungsfähigkeit deutscher Forschung und vernetzen diese mit Kooperationspartnern vor Ort.  Das DWIH Neu-Delhi hat 18 Konsortialmitgliedern und deckt damit eine große Bandbreite wissenschaftsgetriebener Forschungszusammenarbeit auf höchstem Niveau ab.

DAAD Außenstellenbericht

Jahresbericht des IGSTC

Jahresbericht des DWIH


Weitere Informationen

Das IGSTC hat 2010 seine Arbeit aufgenommen und fördert anwendungsorientierte Forschung mit Beteiligung von deutschen und indischen Partner aus Industrie und Wissenschaft. Das IGSTC wird von der Bundesregierung und der indischen Regierung zu je 50% finanziert.

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Neu-Delhi ist einer von fünf Standorten weltweit, an denen die Bundesregierung den Aufbau eines Deutsches-Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) finanziert hat. Das DWIH Neu-Delhi ist mit 15 Konsortialmitgliedern das größte dieser fünf Häuser.

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DAAD fördert den akademischen Austausch zwischen Deutschland und Indien. Er informiert über Studien- und Forschungsmöglichkeiten in Deutschland und Indien, berät zu Fördermöglichkeiten und unterstützt Hochschulen in Deutschland und der Region bei der Anbahnung und Vertiefung von Kooperationen.

http://www.daad.in/

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