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Wissenschaftszusammenarbeit

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Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Indien reicht bis Ende der fünfziger Jahre zurück und gründet u.a. auf zwei Regierungsabkommen von 1971 und 1974.

Dr. Johanna Wanka und Dr. Harsh Vardhan
Dr. Johanna Wanka und Dr. Harsh Vardhan© DAAD

Seit Jahrzehnten arbeiten Deutschland und Indien in Bildung und Forschung zusammen. Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Indien reicht bis Ende der fünfziger Jahre zurück und gründet unter anderem auf zwei Regierungsabkommen von 1971 und 1974. Vor allem in den letzten Jahren wurde die Partnerschaft sichtbar ausgebaut.

Die herausgehobene Bedeutung von Bildung und Forschung zur Erschließung seines enormen Potentials ist Indien bewusst und entsprechend strebt das Land ehrgeizig einen Rang unter den führenden Wissenschaftsnationen an. Deutschland steht seit vielen Jahren als zuverlässiger Partner an der Seite Indiens. Dies entspricht dem strategischen Ziel der Bundesregierung, die Zusammenarbeit gezielt mit Wachstumsmärkten zu stärken, die ihre Kompetenzen in Bildung und Forschung ausbauen.

Dialog als Grundlage

Die Schwerpunkte der deutsch-indischen Zusammenarbeit werden in regelmäßigen Gesprächen auf Regierungsebene festgelegt. Traditionell sind Bildung und Forschung wichtiger Bestandteil der deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Das vierte Treffen fand Ende Mai 2017 in Berlin statt.

Details der Zusammenarbeit werden während der regelmäßigen Treffen des Deutsch-Indischen Komitees für Wissenschaft und Technologie sowie in den parallelen Arbeitsgruppen für berufliche Bildung und universitäre Bildung unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und seinen indischen Partnerministerien festgelegt. Das bereits elfte Treffen des Komitees für Wissenschaft und Technologie fand ebenfalls im Mai 2017 in Berlin statt.

Ein breites Spektrum der Zusammenarbeit

Der Austausch von Studierenden sowie junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat in den letzten Jahren stark zugenommen. So hat sich seit 2008 die Anzahl indischer Studierender in Deutschland mehr als vervierfacht, so dass Indien mit 15.529 Studierenden mittlerweile Platz 2 in der Rangliste der Bildungsausländer in Deutschland belegt (Stand: Ende 2017). Um die Kooperation weiter auszubauen, wurde während der dritten Regierungskonsultationen eine „Deutsch-indische Partnerschaft in der Hochschulbildung“ beschlossen. Neben der Forschungszusammenarbeit werden hierdurch auch Maßnahmen auf der Ebene der Studierenden und Promovierenden unterstützt.

Merkel und Modi bei den Regierungskonsultation im Jahr 2015
Merkel und Modi bei den Regierungskonsultation im Jahr 2015© Deutsche Botschaft Neu Delhi

Die bilaterale Förderung von Forschungsprojekten ist eine weitere wichtige Säule der deutsch-indischen Zusammenarbeit. Thematisch liegen die Schwerpunkte der vom BMBF unterstützten Projekte derzeit bei den Materialwissenschaften, Biotechnologie, Gesundheitsforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Produktionstechnologie, der zivilen Sicherheitsforschung und der Stadt der Zukunft. Vielfach werden Projekte gefördert, die anwendungsnah sind und aus denen neue Innovationen entstehen sollen, die sowohl Deutschland als auch Indien nützen.

Hinzu kommen zahlreiche Aktivitäten der großen deutschen Forschungsorganisationen, welche dieses unmittelbar mit ihren indischen Partnern betreiben.

Die dritte Säule der Kooperation bildet die Vernetzung deutscher und indischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen durch Workshops, Konferenzen oder Fachdelegationsreisen. Die Förderung dient unter anderem der Planung gemeinsamer Forschungsprojekte.

Im September 2016 besuchte der indische Wissenschaftsminister Harsh Vardhan Deutschland. Anlass des Besuches war die Einweihung des Teilchenbeschleunigers Petra III am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg. Indien hat 2009 eine Kooperationsvereinbarung mit DESY geschlossen und sich mit einem Betrag von 14 Mio. Euro am Ausbau von Petra III beteiligt. Außerdem ist Indien am Großprojekt FAIR beteiligt, einem neuen Teilchenbeschleuniger, der in Darmstadt gebaut wird. Indien hat sich verpflichtet, einen Anteil von 36 Mio. Euro (3,5% der Gesamtkosten) zu übernehmen.

Bilaterale Innovationspartnerschaften

Im Jahr 2010 wurde das „Indo-German Science and Technology Centre" (IGSTC) in Gurgaon, nahe Neu-Delhi, eröffnet. Das Zentrum fördert anwendungsorientierte, innovative deutsch-indische Projekte unter Beteiligung exzellenter Forschungseinrichtungen sowie vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen aus beiden Ländern. Zudem unterstützt es die Vernetzung deutscher und indischer Wissenschaftler durch Workshops und Symposien. Das IGSTC ist in der internationalen Zusammenarbeit die einzige Einrichtung dieser Art für Deutschland und somit ein herausragendes Beispiel für die gemeinsame Erschließung von Innovationspotentialen.

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche deutsch-indische Zusammenarbeit ist das „Indo-German Center for Sustainability“ (IGCS), welches am Indian Institute of Technology Madras in Chennai angesiedelt ist. Hier forschen deutsche und indische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam zu den Themen Wassermanagement, Landnutzung, Abfallmanagement und Energie.

Neu-Delhi ist zudem einer von fünf Standorten weltweit, an denen die Bundesregierung  ein Deutsches-Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) unterhält. Die DWIHs sind ein Zusammenschluss deutscher Wissenschaftsorganisationen, Hochschulen und der forschenden Wirtschaft. An ihren fünf Standorten weltweit ermöglichen die DWIHs einen gemeinsamen Auftritt deutscher Innovationsträger, bieten ein Schaufenster für die Leistungsfähigkeit deutscher Forschung und vernetzen diese mit Kooperationspartnern vor Ort.  Das DWIH Neu-Delhi ist mit 15 Konsortialmitgliedern das größte dieser fünf Häuser.

Weitere Informationen

Das IGSTC hat 2010 seine Arbeit aufgenommen und fördert anwendungsorientierte Forschung mit Beteiligung von deutschen und indischen Partner aus Industrie und Wissenschaft. Das IGSTC wird von der Bundesregierung und der indischen Regierung zu je 50% finanziert.

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Neu-Delhi ist einer von fünf Standorten weltweit, an denen die Bundesregierung den Aufbau eines Deutsches-Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) finanziert hat. Das DWIH Neu-Delhi ist mit 15 Konsortialmitgliedern das größte dieser fünf Häuser.

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